Miterlebt! - GER-POR 3:2!

written by alex on June 21st, 2008 @ 04:20 PM

Wir waren dabei!

Ja, in Basel, bei dem Spiel Deutschland-Portugal. Nein, nicht einfach in Basel – WIR WAREN im STADION!!!

Das Spiel war einfach phantastisch, und die Stimmung dazu auch. Am Anfang waren die deutschen Fans etwas zurückhaltend, was die Prognosen zum Spielausgang angeht. Aber nach dem schnellen 1:0 von Schweini wurde es allen klar – die Jungs packen es! Niemand ist auf die Gedanken gekommen, das Spiel sitzend zu betrachten – es wurde 90 Minuten lang stehend gejubelt, gesungen und gefiebert .

Diese geile Stimmung im Stadion konnten wir leider nicht in Bilder fassen – obwohl UEFA im Internet nichts konkretes gegen Spiegelreflexkameras sagt , wurde es uns nicht erlaubt, “Kameras mit Wechselobjektiven” mitzunehmen, obwohl wir nur eine analoge Nikon FM2 und einen relativ kleines Carl Zeiss Distagon 28mm hatten.

Nach dem Spiel ging es los Richtung Fan-Mile in der Stadt – dort haben schätzungsweise bis zu 40 Tausend Fans bis tief in die Nacht den Sieg der deutschen Mannschaft gefeiert. Fuad hat versucht, die Stimmung einzufangen – unten sind einige Bilder zu sehen. Ausstattung: Nikon FM2 + Carl Zeiss Distagon T* 2/28 mm ZF + Nikon Blitzgerät SB-800 + Diffusor Lightsphere, S/W-Film Kodak Tri-X 400.

Das Fotografieren war eigentlich nicht ganz trivial, da alle Einstellungen manuell gesteuert werden mussten. Darüber hinaus wollten wir nicht nur einzelne stark angeblitze Straßenporträts machen, sondern auch die Stimmung und die Umgebung mit aufzunehmen. Daher wurde erstmal Licht im Hintergrund gemessen; die Werten wären ca. 1/15 Sek, f/2,8 und ISO 1250. Dann wurde die Anpassung gemacht – auf Blende f/5,6, um mehr Schärfentiefe zu kriegen (wichtig beim manuellen Fokussieren), und Belichtungszeiten dementsprechend auf 1/4-1/8 Sek. Die Stärke des Blitzgeräts wurde manuell so eingestellt, dass die Objekte mit ca. 2m-Abstand am meistens belichtet werden. Davor muss man am Blitzgerät ISO und Blende eingeben, so dass es den Abstand abhängig von der Blitzstärke berechnen kann.

Nach den aufwendigen technischen Berechungen kommt man eigentlich zum schwierigsten Teil – der Fotograf muss in die Menschenmassen gehen und ganz “frech” und sehr nah die Leute fotografieren. Nur so kann man die Stimmung einfangen. Ich finde es viel besser (dazu aber viel schwieriger), mit einem Weitwinkel unter die Leute zu gehen und dem Betrachter des Fotos den Eindruck zu geben, dass er “mittendrin” ist. Dazu muss man allerdings Mut und Geduld haben. Mut, manchmal abgewiesen zu werden. Und Geduld, mit den Leuten in einen emotionellen Kontakt zu kommen, damit die Aufnahmen dann lebendig wirken, im Gegensatz zu “geklauten” Aufnahmen, die vom großen Abstand mit einem Tele gemacht werden. In unserer Situation was es allerdings und zum Gluck nicht sehr schwer, mit den Fans eine emotionelle Verbindung zu finden – bei 3:2 für Deutschland haben sich alle in der Stimmung “Super Deutschland, Super Deutschland, Super Deutschland la la la !” verbrüdert.

Radikale Straßenfotografie, könnte man sagen. Wir sind allerdings keinesfalls Erfinder dieses Stils; der Urvater davon ist Bruce Gilden. Was er macht ist einfach erstaunlich.

Und wir freuen uns selbstverständlich aufs Spiel Deutschland gegen Türkei!

Post a comment