Deep Purple rockt im Kloster
Wie bitte? im Kloster?
Dies war auch unsere Reaktion, als wir die Karten für das Konzert von legendären Deep Purple im Kloster Benediktbeuern in der Nähe von Bad Tölz in Bayern gekauft haben. Was haben die alten Heavy-Rocker in einem Kloster zu suchen?
Das Geheimnis wurde uns während des Konzerts enthüllt. Vor der Performance von Deep Purple hat ein anderer Band – Feedback – gespielt. Die Jungs spielen auch ziemlich schwere Stücke, die man wohl mit Guns’n’Roses vergleichen kann. Ein (fast) festes Mitglied der Gruppe ist der oberste Repräsentant des Benediktiner Ordens Notker Wolf. Mit 7.500 Mönchen und 17.100 Nonnen soll dieser Orden der älteste Orden der Christenheit sein. Trotz seiner hohen kirchlichen Position hat Notker Wolf seine Liebe für Rockmusik nicht aufgegeben und spielt E-Gitarre und Flöte. Sein Lieblingslied sollte angeblich „Highway to Hell“ sein, was er allerdings beim Konzert vehement dementiert (sagte allerdings „…, obwohl das Lied sehr gut ist“).
Der Abtprimas hat mehrere Lieder mit der Gruppe Feedback gespielt und dann sagte nur „… wir spielen selber regelmäßig „Smoke on the water“, aber heute lassen wir es uns von anderen zeigen :-)“. Was für eine Überraschung haben alle erlebt, als 68-jährige zu diesem Lied zusammen mit Deep Purple auf die Bühne kam!

(Bilder wurden mit einem SonyEricsson 810i gemacht, stark eingezoomt, also sorry für die Qualität).
Ich hatte den Eindruck, dass all die alten Musiker an diesem Abend eine gemeinsame wichtige Botschaft hatten – alt wird man nur im Kopf, der biologische Alter spielt keine Rolle.
Deep Purple Mitglieder (Ian Gillan, Ian Paice, Roger Glover, Steve Morse, Don Airey) sind ja auch so ca. 60 Jahre alt. Aber – Man! wie haben sie gespielt! – diesen Einsatz, diese Freude haben nur wenige jüngere Leute. Gut, zugegeben, einige alte Lieder wie „Child in time“ kann Ian Gillan nicht mehr so in alten Zeiten, aber er kompensiert es mit seiner Kreativität und Drive.
Long Live Rock’n’Roll!
Comments
-
Long Live Rock’n’Roll! Yeah!