Digitalknipser im analogen Urlaub

written by alex on September 7th, 2008 @ 03:36 PM

Oder: Lernen DANK, nicht trotz Einschränkungen

Vor kurzem habe ich mir einen kurzen 4-tägigen Urlaub in ländlichen Teilen Nordspaniens gegönnt. Irgendwie gab’s keine digitale Spiegelreflexkamera gerade verfügbar und ich lies mich durch meinen Kollegen überzeugen, eine vollmanuell-mechanische alte Nikon FM2 mit ein paar Filmen mitzunehmen. Die Kamera ist wirklich ein mechanischer Wunder – Verschlusszeiten von 1/4000 Sek. und Synchronisationszeiten von 1/250 Sek. vollmechanisch sind möglich. Die Kamera hat einen kleinen Akku, aber dieser wird nur für die relativ einfache Belichtungsmessung eingesetzt. Dazu habe ich zwei Filme mitgenommen – Fujichrome Velvia 50 für schöne Landschaften (Nordspanien ist sogar im Hochsommer sehr grün, mit Bergen und Ozean) und Kodak TriX 400 (für einige strukturreiche Aufnahmen in Dörfern, Schwarz-Weiss). Als ob es nicht genug analog wäre, habe ich nur ein Festbrennweite-Objektiv mitgenommen – das Carl Zeiss Distagon 28mm f/2 mit. Für diejenigen, die nicht wissen – dieses Objektiv hat keinen Autofokus.

Ich behaupte jetzt mal, dass die meisten modernen „digitalen“ Fotografen (auch als „Digitalknipser“ bekannt :) würden diese Ausstattung viel zu „manuell“ finden oder sogar sich damit überhaupt nicht zurecht finden. So eine Ausstattung in Urlaub zu nehmen?! – Ist doch bescheuert! Typische Argumente: - Festbrennweite? – es schränkt doch meine Kreativität ein! - Festbrennweite? – ich mache wenige gute Bilder, da viele Motive zur Brennweite nicht passen - MF? – wie soll ich bitte schön Leute fotografieren!? Sie bewegen sich! - Vorgegebene Farbenqualitäten und ISO (Sättigung von Velvia, Schwarz-Weiss) – so viele Möglichkeiten gehen verloren!

Nachträglich kann ich nur sagen – alles Quatsch. Ich habe am Ende mehr gute Bilder gemacht als sonst, war bei weitem mehr kreativ als sonst und habe sehr gute Porträts von meinen Verwandten gemacht. Warum war es dann so? Ich denke ich war kreativer, produktiver und effizienter (weniger Ausschussbilder) nicht TROTZ sondern DANK der Einschränkungen analoger Fotografie.

Gerade weil die Einschränkungen da sind, überlegt man sich im Voraus, welche Motive man finden will und dann sucht sie ganz gezielt. Man denkt viel mehr an das Endprodukt, an das, was am Ende auf Leinwand oder Papier (für volldigitale Leute – auf Bildschirm) kommt. Wenn die Velvia z.B. sehr feines Korn und sehr saftige Farben herausgibt, dann suche ich die passenden Motive, wie z.B. Landschaften mit kontrastierenden grünen Bergen und blauem Himmel (Polfilter wirkt hier Wunder). Oder bunter rot-gelbe-orange spanische Häuser auf grüner Landschaft. Wenn es heute bedeckt ist und die Farben nur halbwegs zur Geltung kommen, dann nimmt man lieber TriX und sucht Motive z.B. im Dorf, wo man leicht viele strukturreiche verfallene und verlassene Gegenstände findet. Man macht sich halt Gedanken darüber, wie es am Ende aussehen SOLL.

Die Festbrennweite zwingt den Fotografen umso mehr, sich über die Komposition und Bildgestaltung Gedanken zu machen, und zwar VOR der Aufnahme. Diese Qualität – das Bild erstmal im Kopf zu „bauen“ und nur dann Knöpfe zu drücken – ist heutzutage ein seltenes Gut geworden. Bei einigen Fotoevents haben wir Leute getroffen, die darauf sehr stolz waren, dass sie an einem Tag 1.500 Bilder gemacht haben. Und am Folgetag waren sie immer noch beim Event. Oder andere Fotoamateuren berichten davon, dass sie das Limit vom Nikon D3’s Sensor (300.000 Bilder) schon ausgeschöpft haben.

Manueller Fokus ist sicherlich nichts für Sportsaufnahmen, aber bei Porträts ist er ziemlich ok und wieder – er zwingt zu überlegter, geplanter, durchdachter Arbeit. Wie SOLLEN die Leute sitzen, wohin sollen sie schauen, wie sind die Lichtbedingungen – über all das muss man sich bewusst im Voraus Gedanken machen. Am Ende kommen nur 2-3 Bilder, aber alles in diesen Bildern „sitzt“.

Eine andere extrem wichtige Tugend lernt man mit analoger Fotografie – die Fotos, bei denen man weißt, dass sie nie gut genug zum Großausdrucken sein werden, werden einfach nicht gemacht. Ich finde es äußerst wichtig, „Nein“ sagen zu können – „Nein, hier wird’s nichts, ich suche weiter“. So bleibt mehr Zeit für die wenigen ausgewählten Motive.

Die Einschränkungen zwingen einen auch, eigene Kreativität zu entlocken. Alles sieht langweilig aus mit dieser (Fest)Brennweite? – dann muss ich halt die interessante Perspektive oder einen guten Schnitt suchen. Froschperspektive ausprobieren, näher ans Motiv für Details, usw. Hätte man einen (Suppen-)Zoom, würde man wahrscheinlich den leichten Weg gehen – die übliche gewöhnliche 100-mal gesehene Perspektive nehmen und ein Bild für Terabyte-Speicherplatte produzieren.

Es geht auch weiter – voll manuell Blende und Verschlusszeiten einstellen. Es gibt zwar einen (primitiven) Belichtungsmesser in der Nikon FM2, aber was macht man in schwierigen Lichtsituationen? Wie war es nochmal mit „Mittelgrau“? Mist! Muss man wieder denken. Bin ich zu hart, oder zu Oberlehrer-mäßig? Glaube ich nicht – bei fast allen Workshops wird nur geknipst (der große Meister sagt „Blende 8, ISO 200, 1/200Sek. – go!“ und alle drucken ab) und kein Teilnehmer traut sich zu fragen, warum eigentlich Blende 8?

Zusammengefasst meine Botschaft: Wer zu modernen Digitalfotografen gehört (seien Sie ehrlich mit sich selbst) und seine Bilder verbessern will – nur eine analoge Kamera in nächsten Urlaub mitzunehmen und nur eine Festbrennweite mit MF! (OK, auch eine kleine Point-and-Shoot für die bessere Hälfte, zwecks friedlicher Stimmung und weniger Fragen).

Einige Bilder vom Urlaub, eingescannt, kaum Bildbearbeitung.

Bodypainting Festival - Bericht

written by alex on September 7th, 2008 @ 01:04 PM

Es ist eigentlich nicht so einfach, über den Bodypainting Festival, zu berichten. Man muss es mal sehen, weil darum geht es – bunte Farben, ausgefallene Kreationen, beeindruckende Leistung von Visagisten und Bodypainting-Künstler. Wie kann man das alles beschreiben? – am liebsten zeigen wir ein paar Bilder.

An alle Fotografen, die das Event verpasst haben, können wir nur sagen – Schade! Die Organisation war toll, Fotografen konnten bei zahlreichen Workshops mitmachen und ausdruckstarke Bilder kreieren. Gut, wahrscheinlich klappt’s nächstes Mal – beobachtet die Events von der Eventagentur Wildorange, dort gibt es immer viel interessantes (wo wir jetzt gerade sitzen – Fotoshooting-Event mit Stretch-Limos, Bikes, Bodypainting usw.).

Deep Purple rockt im Kloster

written by alex on August 4th, 2008 @ 10:01 PM

Wie bitte? im Kloster?

Dies war auch unsere Reaktion, als wir die Karten für das Konzert von legendären Deep Purple im Kloster Benediktbeuern in der Nähe von Bad Tölz in Bayern gekauft haben. Was haben die alten Heavy-Rocker in einem Kloster zu suchen?

Das Geheimnis wurde uns während des Konzerts enthüllt. Vor der Performance von Deep Purple hat ein anderer Band – Feedback – gespielt. Die Jungs spielen auch ziemlich schwere Stücke, die man wohl mit Guns’n’Roses vergleichen kann. Ein (fast) festes Mitglied der Gruppe ist der oberste Repräsentant des Benediktiner Ordens Notker Wolf. Mit 7.500 Mönchen und 17.100 Nonnen soll dieser Orden der älteste Orden der Christenheit sein. Trotz seiner hohen kirchlichen Position hat Notker Wolf seine Liebe für Rockmusik nicht aufgegeben und spielt E-Gitarre und Flöte. Sein Lieblingslied sollte angeblich „Highway to Hell“ sein, was er allerdings beim Konzert vehement dementiert (sagte allerdings „…, obwohl das Lied sehr gut ist“).

Der Abtprimas hat mehrere Lieder mit der Gruppe Feedback gespielt und dann sagte nur „… wir spielen selber regelmäßig „Smoke on the water“, aber heute lassen wir es uns von anderen zeigen :-)“. Was für eine Überraschung haben alle erlebt, als 68-jährige zu diesem Lied zusammen mit Deep Purple auf die Bühne kam!

(Bilder wurden mit einem SonyEricsson 810i gemacht, stark eingezoomt, also sorry für die Qualität).

Ich hatte den Eindruck, dass all die alten Musiker an diesem Abend eine gemeinsame wichtige Botschaft hatten – alt wird man nur im Kopf, der biologische Alter spielt keine Rolle.

Deep Purple Mitglieder (Ian Gillan, Ian Paice, Roger Glover, Steve Morse, Don Airey) sind ja auch so ca. 60 Jahre alt. Aber – Man! wie haben sie gespielt! – diesen Einsatz, diese Freude haben nur wenige jüngere Leute. Gut, zugegeben, einige alte Lieder wie „Child in time“ kann Ian Gillan nicht mehr so in alten Zeiten, aber er kompensiert es mit seiner Kreativität und Drive.

Long Live Rock’n’Roll!

5. German Bodypainting Festival (Mainz, 9.-10. Aug)

written by alex on August 1st, 2008 @ 01:29 PM

Besuchen Sie eine ganz besondere Veranstaltung – das Deutsche Bodypainting Festival in Mainz – und genießen Sie traumhafte Möglichkeiten, eindrucksvolle Bilder zu machen, Kunstwerke zu betrachten, Ihre Fotofähigkeiten in Workshops zu verbessern, und viele andere Fotografen zu treffen!

Die Macher des Festivals sind die frischgekürten Weltmeister 2008 in der Kategorie “Special Effects Make-Up” Peter und seine Frau Petra Tronser, der Organisator, Jörg Tronser und die Marketingagentur K.M.R. Die Veranstaltung findet in der Zitadelle statt – dem historischen Gebäudekomplex in der Gutenbergstadt Mainz.

Am Samstag, dem 9. August öffnet das Festival seine Pforten um 12 Uhr. Internationale Face-Painter und Special-Effects-Künstler stellen sich einer Fachjury und bewerben um die Zustimmung des Publikums: Ihr Motto „Entdecker / Neue Welten“.

In den Sonntag, 10. August, startet man um 11 Uhr. Die Künstler mit Pinsel-, Schwamm- und Airbrushpistolen lassen das Publikum an einem faszinierenden Kreativprozess hautnah teilhaben und stellen sich ebenfalls dem Urteil der Fachjury. Hier ist das Motto: „Technik / Erfinder“.

Vom 08. – 10.08.2008 findet ebenfalls eine Workshopakademie für Schmink-, Foto- und Modellbegeisterte statt. Fotografen können Workshops wie „Ausgefallene und sexy Outfits, Dessous“, „Photoshop Workshop mit Special“, und „Spacey Outfits, Cat suits, exklusive Visagistik“ besuchen und dort Ihre Fähigkeiten von Profis weiterentwickeln lassen.

Die Besuchertickets bewegen sich bei 7 EUR Tageskarte oder 12 EUR Kombiticket für Sa. & So. Kids bis 12 Jahre sind frei. Die Fototickets liegen bei 45 EUR bzw. 70 EUR für zwei Tage.

Web: www.german-bodypainting-festival.de

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WIR LADEN SIE EIN!

LensAvenue ist ein Co-Sponsor des Events. An unserem Stand können Sie (kostenlos) Traum-Objektive und DSLRs kurz ausleihen.

Wir SPONSERN auch 10 Eintrittskarten

Prinzip ist einfach: first come first serve. Schicken Sie uns eine kurze Email an info@lensavenue.com und teilen Sie uns Ihren Namen mit. Eine Karte pro Person. Erste 10 Leute erhalten eine Tageskarte gratis, die an der Kasse mit einem Ausweis abgeholt werden kann. Bitte – nur wenn Sie 100% fest mit Ihrem Besuch rechnen, sonst würde sich jemand anderer auf ein Ticket freuen.

Wir sehen uns in Mainz.

Sigma 150-500 mm F 5-6.3 DG OS APO HSM ist da!

written by alex on July 6th, 2008 @ 04:47 PM

Viele Interessenten, vielversprechend, verspätete Auslieferung. Endlich! Das neue Sigma 150-500 mm F 5-6.3 DG OS APO HSM ist da.

Was taugt dieses neue Objektiv? Dies ist eine durchaus aktuelle Frage, da die nach Brennweite vergleichbaren Objektive aus dem Haus Nikon entweder 6-mal so teuer (wie das Nikon AF-S VR Zoom-NIKKOR 200-400 mm 1:4 G IF-ED) oder schon etwas älter wie das Nikon AF VR Zoom-Nikkor 80-400 mm 1:4,5-5,6 D ED sind, und reichen darüber hinaus nicht bis zu 500mm. Das Sigma soll dagegen ein Supertele-Zoom sein, das in “echte Supertelebrennweiten” reicht und noch dazu zu einem “jedermann”-Preise – zurzeit so um 900€.

Wir haben die Linse vorgestern erhalten und wollten gleich ein paar Vergleichsbilder machen. Als Referenz blieb eigentlich nichts anderes übrig als das Nikon AF VR Zoom-Nikkor 80-400 mm 1:4,5-5,6 D ED zu nehmen, da Vergleiche mit teueren Zooms oder Festbrennweiten von Nikon einfach unfair wären.

Der erste Eindruck vom Objektiv ist ziemlich gut – die Bauweise ist solide, der Zoom- und Fokusring laufen geschmeidig. Das Objektiv verfügt über einen Bildstabilisator und einen Lock-Button, das den Zoomring auf die Brennweite auf 150mm fixieren kann. Der für Sigma typische Matt-Finish ist nicht meine Sache (wird schnell schmutzig und schwierig zu putzen), wirkt aber etwas edel. Der Stativfuß ist groß und solide.

Im Vergleich zum Nikon ist Sigma allerdings um 7,5cm (!) länger (bei minimal und maximal möglicher Brennweite, ohne Sonnenblende), und um knappe 600g schwerer. Also der Neuling ist schon ein ziemlich großer Klotz, größer als gewöhnliche Tele-Zooms (außer dem Nikon 200-400mm f/4 selbstverständlich). Auf jedem Fall, während herkömmliche Telezooms wie 70-200, 80-400 in einen Köcher LowePro 4 passen, ist das Sigma dafür zu groß.

Für einen kleinen Test wurde eine schöne alte Kirche in München ausgewählt. Alle Bilder sind JPEGs, die keinerlei bearbeitet wurden – RAW-Dateien wurden in Lightroom importiert, alle Sliders auf Null bzw. Neutral gesetzt, alle default Korrekturen von Lightroom auch auf Null gesetzt, und dann in JPEG exportiert. Alle Aufnahme vom Stativ, mit Spiegelvorauslösung und Selbstauslöser. Kamera – Nikon D3.

Motiv:

Wir verzichten hier auf viele Ausschnittsbilder (Sie können große JPEGs über die Links am Ende des Artikels unterladen) und zeigen nur zwei Ausschnittsvergleiche 200% aus der Mitte:

@ 150mm, offene Blende beide f/5, links nach rechts: Sigma 150-500 mm F 5-6.3 DG OS APO HSM, Nikon AF VR Zoom-Nikkor 80-400 mm 1:4,5-5,6 D ED. Nikons Leistung ist ein Tick besser.

@ 350mm, offene Blende, Sigma f/6, Nikon f/5,3, links nach rechts: Sigma 150-500 mm, Nikon AF VR 80-400 mm. Sigma ist deutlcih besser.

Diese Ausschnitte demonstrieren den Unterschied auf der konzeptionellen Ebene zwischen den beiden Objektiven. Das Nikon 80-400mm wurde als ein Allround-Telezoom konzipiert, das im Gegenteil zum Sigma ab 80mm anfängt und im unteren und mittleren Bereich (80-250mm) sehr ordentliche Qualität liefert. Es ist ein typisches Reiseobjektiv, mit dem man auch viele Nahaufnahmen machen kann. Es ist Farbentreu und Kontrastreich. Zwischen 300 und 400mm lässt allerdings die Leistung nach. Ich vermute, die Entwickler von Nikon haben diesen Bereich als Trade-off bewusst vernachlässigt, weil wenn jemand in diesem Bereich Spitzenqualität sucht (wie z.B. für Wildtierfotografie), dem sind die Brennweiten bis 200/300mm egal und der sollte andere / längere Optionen in Betracht ziehen. Sigma dagegen wurde konzeptionell auf Leistung bei längeren Brennweiten getrimmt: Es gibt zu viele Alternativen im Beriech bis 200/300mm; die Brennweite 150mm (=225mm mit APS-C) ist sowieso für Straßen/Reportage-Fotografie zu lang, also der Schwerpunkt liegt eigentlich auf günstigem Einstieg in Bereich bis 500mm. Die getesteten Brennweiten von 350mm und 400mm sind für das Sigma nicht das Maximum, wo Leistung normalerweise abfällt, daher zeigt sich das Sigma stärker als das Nikon. (Bei 500mm schneidet das neue Sigma übrigens schlechter als das Tamron SP AF 200-500 mm F/5-6,3 Di LD [IF], aber darüber schreibe ich später). Aus diesem Grund ist dieser Vergliech eigentlich nicht ganz korrekt, weil ich glaube, dass die Einsatzbereiche der beiden Objektiven nicht komplett überlappen.

Wo Sigma noch seine Stärken zeigt ist das Thema Chromatische Abberationen. Nicht das es abberationsfrei ist, aber die Artefakten sind im Vergleich zum Nikon deutlich geringer (obwohl ich die CA bei beiden leicht in Lightroom beseitigen konnte). Das Nikon liegt dagegen im Punkto Lichtstärke etwas vorne.

So was ist mein Fazit für das Sigma zurzeit: Ich glaube das Objektiv ist sein Geld definitiv wert. Es liefert gute Leistung bis 400mm und immer noch ordentliche zwischen 400mm und 500mm. Ich finde die Linse etwas zu groß und schwer, aber kann sein es liegt daran, dass ich keinen Fotorücksack sondern nur eine Fototasche habe :-).

Und mein Appell an Nikon: Sorry, obwohl das AF 80-400mm mit VR ein gutes Objektiv ist und wie gesagt einen anderen Zweckeinsatz hat, sein Upgrade ist überfällig.

Links zu Groß-JPEGs (konvertiert von RAW ohne jegliche Korrekturen):Sigma 150mm f5 , Sigma 150mm f11 , Sigma 200mm f5,3 , Sigma 200mm f11 , Sigma 300mm f/6 , Sigma 300mm f11, Sigma 400mm f6,3, Sigma 400mm f11 , Sigma 500mm f6,3 , Sigma 500mm f11 .

UPDATE

War heute im Tierpark mit dem Sigma, einige Fotos hier: Löwe (500mm 1/50, f/6,3, ISO 320, ohne OS/Bildstabilisator vom Stativ mit halb-aufgelokerten Kopf), Giraffe (500mm, 1/80, f/6,3, ISO 800), Bilder nur sehr leicht in Lightroom nachbearbeitet.

Links zu Groß-JPEGs : Löwe , Giraffe , Elefant

Fotos mit einer Canon EOS 40D, Canon EF 100-400 mm f/4.5-5.6 L IS USM folgen noch.

Miterlebt! - GER-POR 3:2!

written by alex on June 21st, 2008 @ 04:20 PM

Wir waren dabei!

Ja, in Basel, bei dem Spiel Deutschland-Portugal. Nein, nicht einfach in Basel – WIR WAREN im STADION!!!

Das Spiel war einfach phantastisch, und die Stimmung dazu auch. Am Anfang waren die deutschen Fans etwas zurückhaltend, was die Prognosen zum Spielausgang angeht. Aber nach dem schnellen 1:0 von Schweini wurde es allen klar – die Jungs packen es! Niemand ist auf die Gedanken gekommen, das Spiel sitzend zu betrachten – es wurde 90 Minuten lang stehend gejubelt, gesungen und gefiebert .

Diese geile Stimmung im Stadion konnten wir leider nicht in Bilder fassen – obwohl UEFA im Internet nichts konkretes gegen Spiegelreflexkameras sagt , wurde es uns nicht erlaubt, “Kameras mit Wechselobjektiven” mitzunehmen, obwohl wir nur eine analoge Nikon FM2 und einen relativ kleines Carl Zeiss Distagon 28mm hatten.

Nach dem Spiel ging es los Richtung Fan-Mile in der Stadt – dort haben schätzungsweise bis zu 40 Tausend Fans bis tief in die Nacht den Sieg der deutschen Mannschaft gefeiert. Fuad hat versucht, die Stimmung einzufangen – unten sind einige Bilder zu sehen. Ausstattung: Nikon FM2 + Carl Zeiss Distagon T* 2/28 mm ZF + Nikon Blitzgerät SB-800 + Diffusor Lightsphere, S/W-Film Kodak Tri-X 400.

Das Fotografieren war eigentlich nicht ganz trivial, da alle Einstellungen manuell gesteuert werden mussten. Darüber hinaus wollten wir nicht nur einzelne stark angeblitze Straßenporträts machen, sondern auch die Stimmung und die Umgebung mit aufzunehmen. Daher wurde erstmal Licht im Hintergrund gemessen; die Werten wären ca. 1/15 Sek, f/2,8 und ISO 1250. Dann wurde die Anpassung gemacht – auf Blende f/5,6, um mehr Schärfentiefe zu kriegen (wichtig beim manuellen Fokussieren), und Belichtungszeiten dementsprechend auf 1/4-1/8 Sek. Die Stärke des Blitzgeräts wurde manuell so eingestellt, dass die Objekte mit ca. 2m-Abstand am meistens belichtet werden. Davor muss man am Blitzgerät ISO und Blende eingeben, so dass es den Abstand abhängig von der Blitzstärke berechnen kann.

Nach den aufwendigen technischen Berechungen kommt man eigentlich zum schwierigsten Teil – der Fotograf muss in die Menschenmassen gehen und ganz “frech” und sehr nah die Leute fotografieren. Nur so kann man die Stimmung einfangen. Ich finde es viel besser (dazu aber viel schwieriger), mit einem Weitwinkel unter die Leute zu gehen und dem Betrachter des Fotos den Eindruck zu geben, dass er “mittendrin” ist. Dazu muss man allerdings Mut und Geduld haben. Mut, manchmal abgewiesen zu werden. Und Geduld, mit den Leuten in einen emotionellen Kontakt zu kommen, damit die Aufnahmen dann lebendig wirken, im Gegensatz zu “geklauten” Aufnahmen, die vom großen Abstand mit einem Tele gemacht werden. In unserer Situation was es allerdings und zum Gluck nicht sehr schwer, mit den Fans eine emotionelle Verbindung zu finden – bei 3:2 für Deutschland haben sich alle in der Stimmung “Super Deutschland, Super Deutschland, Super Deutschland la la la !” verbrüdert.

Radikale Straßenfotografie, könnte man sagen. Wir sind allerdings keinesfalls Erfinder dieses Stils; der Urvater davon ist Bruce Gilden. Was er macht ist einfach erstaunlich.

Und wir freuen uns selbstverständlich aufs Spiel Deutschland gegen Türkei!

Workshop Glamourfotografie

written by alex on June 18th, 2008 @ 08:00 PM

Unser guter Bekannte Martin Krolop veranstaltet in Frankfurt einen Workshop im Bereich Fashion- und Glamourfotografie (auf Kalender klicken). Wir haben Martin beim WildOrange-Event in Düsseldorf kennengelernt und können seine Arbeit daher nur empfehlen. Er gibt sein umfangreiches Knowhow gerne weiter und zwar in solchen Mengen, die manche kaum so schnell absorbieren können.

Diesmal will Martin mit zwei Profi-Models durch die “Prärie” von Frankfurt ziehen und versuchen, Top-Glamour-Bilder in ganz gewöhnlichen Situationen zu machen. Begleitet wird dieses Shooting durch solide Blitzausstattung wie Blitzanlagen von Elinchrom, Lichtformen und Reflektoren von Sunbounce.

Also wer Interesse am Thema Glamour-Fotografie hat, dem kann ich diesen Workshop nur empfehlen.

Sigma 500mm vs. Nikon - kurzer Vergleich

written by alex on June 13th, 2008 @ 06:25 AM

Nachdem ich kurz über meine Erfahrungen mit dem Sigma 500 mm F 4,5 EX DG APO HSM IF berichtet habe, haben mich einige Leute nach „Beweisen“, d.h. Vergleichs- und Testphotos gefragt – Sigma gegen Nikons. So habe ich entschieden, einen kurzen Test durchzuführen.

Da das Original 500er von Nikon leider nicht zur Verfügung stand, musste ich Sigma mit Alternativen vergleichen, die ebenfalls im Bereich 400 bis 500mm kommen und sich schon als eine gute Referenz von Top-Leistung bewährt haben. Ich habe dann das Nikon AF-S VR 200-400 mm 1:4 G IF-ED und eine Kombi vom Nikon AF-S VR 300 mm 1:2,8 G IF-ED und dem Nikon Telekonverter TC-17E II (ergibt 510mm bei f/4,8) als Referenz-Objektiven genommen. Der Straßenpreis für Sigma liegt bei ca. 3.800€, vom Nikon 300mm 2,8 + 1,7x – bei 5.000€, und vom Nikon 200-400mm f/4 – bei 6.000€.

Für den Test habe ich einen künstlichen Setup gebaut. Der Setup ist nicht besonderes ästhetisch ansprechend, dient allerdings dem Zweck eines Vergleichs ziemlich gut.

Fotografiert wurde im A-Mode bei ISO 200 mit einer Nikon D300. Lichtbedingungen waren sehr gut – sonniger Tag. Hier ist das Setup-Foto sowie die 100%-tigen Ausschnitten aus der Bildmitte, genommen von JPEGs aus der Kamera ohne jegliche Nachbearbeitung (außer dem letzten Bild), die Kamera wurde überall auf „neutral“ und „standard“ eingestellt. Reihenfolge: Setup-Foto, Ausschnitte Nikon 300mm 2,8 + 1,7x, Sigma 500mm, Nikon 200-400mm f/4, Sigma 500mm leicht bearbeitet. Alle Bilder bei f/5,6. Zum letzten Bild siehe Kommentar weiter unten.

Was konnte ich anhand dieser Bilder feststellen:
  • die Schärfe des Sigma-Objektivs, wenn man nur die Auflösungs-Vermögen der Linse betrachtet, ist auf der Ebene von den anderen betrachteten Objektiven von Nikon. Also hier muss sich Sigma gar nicht verstecken.
  • das erste Bild von Sigma sieht allerdings nicht so kontrastreich wie die von Nikons. Dies hat damit zu tun, dass das mit Sigma aufgenommene Bild aus für mich unerklärlichen Gründen um ca.1/2-2/3 Belichtungsstufe stärker belichtet wurde, d.h. das Bild ist einfach heller.
  • Die stärkere Belichtung von Sigma ist aber m.E. nicht unbedingt als einen Nachteil zu sehen – sie gibt eigentlich einen Vorteil in Situationen mit schwierigen Lichtbedingungen. Man kann das Bild auch sehr leicht und mittels sehr einfacher Bearbeitungs-Software anpassen. Siehe bitte das vierte Bild: ich habe beim JPEG-Bild von Sigma in Microsoft Office Picture Manager die Helligkeit um 8 Stufen (von 100) verringert und Kontrast um 10 (von 100) verstärkt. Das Ergebnisbild ist mit denen von Nikons absolut vergleichbar.
  • wenn man sich jetzt dieser Besonderheit des Sigma bewusst ist, kann man die Software-Bearbeitung sehr leicht umgehen, indem die Belichtungskorrektur von -0,3EV oder -0,7EV gleich an der Kamera eingestellt wird.

Hier sind RAW Dateien: Sigma 500mm , Nikon 300 2,8+1,7x , Nikon 200-400mm 1:4 .

Wozu Lichtstärke mehr als 2,8? - z.B. für Konzertfotos

written by alex on June 12th, 2008 @ 08:07 PM

Vor zwei Wochen gab’s in München die Lange Nacht der Musik: hunderte Kneipen, Cafes und Restaurants präsentierten Live Music am gleichen Abend, man musste nur einmal Eintritt bezahlen. “Tolle Veranstaltung, eine gute Gelegenheit, einige Fotos zu machen” dachte ich. Dann kam sicherlich die Frage – welches Equipment soll ich mitnehmen. Bei Lichtbedingungen gab’s nur eine klare Sache – es wird nicht viel Licht geben (also die Leistung der Kamera bei hohen ISO-Zahlen ist sehr wichtig); ansonsten weiß man nicht im Voraus, ob es starke Projektoren geben werden, oder sanfte Halbdunkelheit. Ich wusste auch nicht, wie nah ich an die Bühne kommen darf.

Mein erster Impuls bei der Wahl der Objektive war, zwei typische und relativ lichtstarke Zooms mitzunehmen, wie z.B. Canon EF 24-70mm 1:2,8 L USM und Canon EF 70-200mm 1:2,8 L IS USM. Mit der Flexibilität der Zooms wollte ich sicherstellen, dass ich unabhängig vom Abstand zur Bühne einige Porträts machen kann. Und dann habe ich meinen Kollegen Fuad nach einen Rat gefragt. Überraschend habe ich bekommen “Nimm ein 85er mit f/1,2 und nix mehr”. Lange Rede kurze Sinn – das habe auch gemacht, und diese Empfehlung hat mein Shooting gerettet.

Mein Lieblingskonzert an dem Abend war die Performance von Giana Viscardi aus Brasil in einem mittelgroßen Cafe. Die Beleuchtung war nicht sehr schwierig – es gab keine starke Projektoren auf der Bühne sondern nur einige Lampen; allerdings gab es eine zentrale Herausforderung – einfach sehr wenig Licht. Daher wurde Mehrheit von meinen Bildern bei ISO 1600 (Sinnvolle Grenze bei EOS 5D), Verschlusszeiten um 1/125 (bei 85mm und einer sehr temperamentvollen sich ständig bewegenden Sängerin für scharfe Bilder notwendig) und Blenden 1,4 bis 2,2 gemacht. Da lernt man sehr schnell, Lichtstärke zu schätzen! Die übliche Lichtstärke f/2,8 von sogar Hochleistungszooms hätte einfach nicht mithalten können: bei 2,8 hätte ich Verschlusszeiten von 1/60 bis 1/30 gehabt, und dementsprechend fast alle Bilder unscharf. Nur kreative Fotografie hätte mir dann geholfen :-)

Einige Bilder (Canon EOS 5D + EF 85mm 1:1,2 L II USM):

Welche Ansätze waren unter diesen Bedingungen auch hilfreich :

Z.B. mit dem Messfeld fokussieren, das den Augen sehr nah steht. Im Studio benutz man sehr oft die Technik “focus-recompose” – es wird zunächst mit dem Zentralmessfeld auf die Augen scharfgestellt, und dann den Bildschnitt geändert. Dieser Ansatz ist in Ordnung für Studio-Fotografie, wo man bei Blenden f/8-11 arbeitet und die Schärfentiefe dementsprechend groß ist. Bei Blenden 1,4 bis 2 beträgt die Schärfentiefe einige mm oder cm, und durch “recompose” verschiebt sich die Schärfenfläche zu weit vom Gesicht des Künstlers. Daher soll man i.d.R. ein anderes Messfeld vorauswählen. Dabei muss man allerdings einen Nachteil beachten – die anderen Messfelder sind oft nicht so präzise wie das zentrale Feld und der AF kann deswegen Fehler produzieren. Dagegen hilft nur eines – mehrere Bilder machen.

Zur Lichtmessung: Zentralbetonte oder Spotmessung haben sich bewährt, weil die relativ starke Lampen hinter der Sängerin bei Matrixmessung durcheinander bringen und zu unterbelichtetem Gesicht führen.

Wenn es geht, sollte man auch darauf aufpassen, dass die starken Lichtquellen hinter dem Sänger nicht zu nah zum Kopf abgebildet werden – sie lenken dann die Aufmerksamkeit vom Künstler ab und sind nur mühsam in Photoshop wegzuschaffen. Aber die Umsetzung dieser Empfehlung ist deutlich schwieriger als die Theorie.

(Zur Info: Die Bilder wurden nur in Lightroom nachbearbeitet, kein Photoshop).

Entdeckung vom Sigma 500 mm 4,5 EX DG APO HSM IF

written by alex on May 22nd, 2008 @ 07:23 PM

In den letzten Wochen waren wir bei zwei Veranstaltungen, wo Supertele-Objektive eine direkt relevante Rolle gespielt haben – bei Naturfototagen in Fürstenfeldbruck und beim Nikon-Fotografie Forum im Tierpark Sababurg. Aus den Gesprächen mit vielen Naturfotografie-Liebhabern haben wir erfahren, dass ein Objektiv aus unserem Programm – das Sigma 500 mm F 4,5 EX DG APO HSM IF – weitgehend unbekannt ist oder im Vergleich zu den 500mm-Objektiven von Nikon einen womöglich schlechten Ruf hat.

Zu Unrecht, glaube ich.

Zunächst, ist das Sigma 500mm alles anderes als ein Schnäppchen: Beim Straßenpreis von grob 3.800€ sollte die Optik sogar einfach theoretisch eine gute Leistung bringen. Desweiteren ist die Linse ziemlich lichtstark – f/4,5 ist nur marginal weniger als f/4 von Nikon-Linsen. Das Sigma verfügt über einen schnellen HSM-AF-Antrieb und ist für digitale Kameras optimiert.

Welche Nachteile hat das Sigma im Vergleich zu den Nikons? Es verfügt über keinen Bildstabilisator, den die letzte Version von Nikon – das AF-S VR NIKKOR 500 mm 1:4G ED – hat. Diesen Nachteil müsste man aber meiner Meinung nach kritisch sehen, denn wann fotografiert man schon mit 500mm freihand? Der größere Nachteil ist der fehlende AF für die Kombination mit einem Telekonverter. Ich habe das Sigma-Objektiv mit dem Sigma APO Tele Converter 1.4x EX DG auf D3 ausprobiert und konnte den AF nicht zum Funktionieren bringen (die AF-Hilfe war aber OK). Ja gut, man soll auch nicht vergessen, dass das Sigma eine Hälfte von Nikon kostet.

So viel zur Theorie und Technik, jetzt – ein bisschen Praxis. Am 8.-11. Mai gab’s auf der Olympia-Regattastrecke in München/Oberschleißheim der Ruder-Weltcup und ich habe entschieden, das Sigma zu testen. Ruden ist eine Schwestersportsart von meinem Lieblingssport – Kayak & Kanu (habe 7 Jahren gemacht, war fast in der Nationalmannschaft).

Das Objektiv hat immer sehr schnell und präzise fokussiert. Ich habe mich für AF-C Mode und das zentrale Messfeld entschieden, da ich mit 5 Bilder/Sek fotografieren wollte, und mit dem Fokus nicht auf dem ersten sondern auf dem zweiten Mann. 3D-Tracking war hier genau das Falsche, da der Fokuspunkt ständig von einem Athlet auf den anderen auf Boot gesprungen ist.

Den Bildern hat es weder an der Schärfe noch am Kontrast gefehlt. Ich konnte wirklich keine nennenswerte optische Mangel feststellen. Klar, um den Vergleich von Sigma und Nikon-Objektiven korrekt zu gestalten, hätte ich beide unter gleichen kontrollierten Bedingungen testen sollen. Das Nikon würde und sollte dann sich als eine Premium-Linse zeigen, was für einen Berufsfotograf entscheidend sein kann. Aber sonst – das Sigma 500 mm F 4,5 EX DG APO HSM IF ist definitiv eine gute Alternative.

Einige Bilder (D300, mit voll geöffnter Blende f/4,5 ausser dem Bild von der Seite bei f/6,3 und dem Quartett bei f/5,6, der vorletzer ist ein 100%-Ausschnitt, der letzte – ca. 200%-Ausschnitt):

Für diejenigen, die tiefere Einblicke werfen wollen, hier sind RAW-Dateien: Quartett , Duo , Start

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